Angepinnt Informationen über Voraussetzungen & das Leben mit einem Pflegekind

  • Informationen über Voraussetzungen & das Leben mit einem Pflegekind

    Was ist eine Pflegefamilie?
    Pflegefamilien sind Familien, die ein fremdes Kind, das aus unterschiedlichen Gründen nicht (mehr) von seinen Eltern selbst erzogen werden kann, über einen längeren Zeitraum bei sich aufnehmen, betreuen und erziehen.
    Die Entscheidung, ein Pflegekind aufzunehmen, hat weit reichende Folgen für Sie selbst, Ihre Familie, das Kind sowie seine leiblichen Eltern.
    Wichtig für ein Gelingen ist die Zusammenarbeit mit dem Jugendamt und den Eltern des Kindes.


    Was muss ich tun, damit ich ein Pflegekind bei mir aufnehmen kann?

    Wenn Sie sich für die Aufnahme eines fremden Kindes in Ihrer Familie interessieren, sollten Sie sich an das Jugendamt an Ihrem Wohnort wenden.
    Hier wird man Sie gerne über verschiedene Möglichkeiten beraten und Sie darüber informieren, für welche Kinder Pflegeeltern gesucht werden.
    Auch wenn Sie sich noch nicht sicher sind, ob die Aufnahme eines Pflegekindes das Richtige für Sie ist, kann der zuständige Mitarbeiter Ihnen wertvolle Informationen geben oder Ihnen Pflegeeltern nennen, die Ihnen einen lebensnahen Einblick in den Alltag einer Pflegefamilie geben können.
    Bedenken Sie die Konsequenzen Ihrer Entscheidung gründlich. Es darf nicht zu übereilten Schritten kommen, die großes Leid bei allen Beteiligten verursachen könnten. Daher sind eine sorgfältige Vorbereitung und reifliche Überlegung unbedingt notwendig.
    Die Mitarbeiter des Jugendamts werden aus diesem Grund einige Gespräche mit Ihnen führen und mit Ihnen gemeinsam überlegen, ob ein Pflegeverhältnis überhaupt für Sie und ihre Familienangehörigen in Frage kommt. Und welche Rahmenbedingungen für Sie erfüllt sein sollten, damit Sie Ihre Entscheidung später nicht bereuen.
    Besonders wichtig ist es auch, frühzeitig zu überlegen, mit welchen Kindern Sie gut zurechtkommen können und welche Eigenschaften eines Kindes Sie nicht akzeptieren könnten.
    Manche können sich besser die Betreuung eines Mädchens vorstellen, andere eher die eines Jungen. Einige Pflegeeltern würden am besten mit einem gesunden Säugling zurechtkommen, andere trauen sich auch den Umgang mit einem Kind zu, welches bereits eine Anzahl von negativen Erfahrungen machen musste und deshalb oft unverständliche und schwierige Verhaltensweisen zeigt. Vielleicht haben Sie auch besondere Fähigkeiten oder Erfahrungen im Umgang mit behinderten Kindern, und könnten sich vorstellen ein solches bei sich aufzunehmen.
    In jedem Fall sollten Sie gemeinsam überlegen, für welchen Zeitraum Sie bereit wären, Elternverantwortung für ein fremdes Kind zu übernehmen.
    Da die Mehrzahl der Pflegekinder weiterhin regelmäßigen Kontakt zu seinen Eltern braucht, ist die Zusammenarbeit zwischen Pflegeeltern und Herkunftseltern unbedingt notwendig. Auch in diesem Bereich sollten Sie im Vorfeld überprüfen, unter welchen Umständen eine Zusammenarbeit für Sie vorstellbar wäre.


    Welche Rechte und Pflichten haben Pflegeeltern?
    Als Pflegeeltern sind Sie Vertragspartner des Jugendamts und übernehmen gemeinsam mit dem Jugendamt Verantwortung und Pflichten für die Erziehung und Entwicklung eines Kindes.
    Pflegeeltern sind berechtigt, in Angelegenheiten des täglichen Lebens zu entscheiden und hier die Inhaber der elterlichen Sorge (meist die Eltern des Kindes) zu vertreten.
    Allerdings können die Eltern des Kindes im Pflegevertrag festlegen, welche Entscheidungen sie auch in Zukunft selbst treffen wollen.
    Sollten sich in Ihrer Familie entscheidende Veränderungen (wie beispielsweise Umzug, Geburt oder Tod eines Familienmitglieds, Trennung oder schwere Erkrankungen in der Familie) ergeben, sind Sie verpflichtet, diese dem Jugendamt mitzuteilen.


    Was bedeutet Zusammenarbeit mit der Herkunftsfamilie?
    Pflegeeltern müssen sich darüber im Klaren sein, dass Ihr Pflegekind ein Kind mit zwei Familien ist und bleiben wird.
    Auch Kinder, die unangenehme Erfahrungen in ihrer Herkunftsfamilie machen mussten, lieben ihre Eltern und haben eine starke Bindung an sie.
    Nach der Trennung haben Eltern und Kinder in der Regel das Bedürfnis und das Recht, sich zu sehen, sich zu besuchen oder miteinander zu telefonieren.
    Vor allem die Regelung der Besuchskontakte lebt dabei von der Bereitschaft beider Familien, aufeinander zuzugehen. Die Grundlage dafür ist eine gegenseitig wertschätzende und akzeptierende Haltung.
    Die Mitarbeiter des Jugendamts werden Sie auch bei dieser Aufgabe unterstützen und beraten.
    Die Regelung der Kontakte zwischen Eltern und Kind sowie andere wichtige Entscheidungen, wie etwa über die schulische Laufbahn des Kindes oder über medizinische Eingriffe, werden nach Möglichkeit gemeinsam mit allen Beteiligten besprochen.
    Einvernehmliche Lösungen in wichtigen Fragen sind vor allem für das betroffene Kind dringend notwendig, da es nicht das Gefühl bekommen sollte, es müsse sich zwischen zwei Konkurrenten entscheiden.



    Wie lange dauert ein Pflegeverhältnis?
    Bei einigen Kindern ist zu erwarten, dass sich die Situation in der Herkunftsfamilie über einen absehbaren Zeitraum hinweg stabilisieren wird und die Eltern ihr Kind wieder selbst betreuen können.
    Bei anderen Familien ist die Perspektive äußerst unklar und es wird unter Umständen eine dauerhafte Unterbringung bis zur Volljährigkeit des Kindes notwendig.
    Für Pflegeeltern ist diese Unsicherheit oft schwer zu verkraften.
    Die Fachkraft des Jugendamts wird jedoch im Vorfeld ausgiebig mit Ihnen darüber sprechen, welche Zeitperspektive für Sie denkbar ist, und ob womöglich eine erhebliche Unsicherheit über die Dauer des Pflegeverhältnisses für Sie tolerierbar wäre.



    Wo bekommen Pflegeeltern Unterstützung?
    Die Fachkräfte des Jugendamts sind nicht nur vor Ihrer Entscheidung zur Aufnahme eines Pflegekindes und bei der Vermittlung für Sie da. Sie stehen Ihnen vielmehr beratend und begleitend während der gesamten Dauer des Pflegeverhältnisses zur Verfügung.
    Sie sollten keine Scheu davor haben, rechtzeitig über problematische Entwicklungen und Schwierigkeiten mit Ihrem Ansprechpartner beim Jugendamt zu sprechen.
    Als sehr hilfreich empfinden die meisten Familien auch den Kontakt zu anderen Pflegefamilien. Sicher gibt es auch in Ihrer Nähe Pflegeelterngruppen oder -vereine. Die Mitarbeiter Ihres Jugendamts werden Ihnen Adressen und Kontaktstellen in Ihrer Nähe nennen.



    Wer entscheidet, ob und wann das Kind wieder in seine Herkunftsfamilie zurückkehrt?
    In den meisten Fällen verbleibt das Sorgerecht für ein Pflegekind bei seinen Eltern. Aus diesem Grund können die Herkunftseltern letztendlich auch entscheiden, wann sie ihr Kind wieder selbst erziehen wollen und können.
    Da die Unterbringung des Kindes in einer Pflegefamilie jedoch in der Regel über das zuständige Jugendamt erfolgt, ist es in jedem Fall an der Entscheidung beteiligt.
    Aufgrund ihrer fachlichen Ausbildung, ihrer Erfahrung und ihrer besonderen Kenntnisse über die Lebenssituation des Kindes und seiner Eltern sind die Mitarbeiter des Jugendamts in der Lage, sich ein objektives Bild darüber zu verschaffen, ob und wann sich die Situation der Eltern tatsächlich soweit stabilisiert hat, dass das Kind dauerhaft wieder bei ihnen leben kann.



    Bekomme ich die Kosten erstattet?
    Wenn das Jugendamt ein Kind an Pflegeeltern vermittelt, haben diese Anspruch auf Pflegegeld.
    Das Pflegegeld ist nach dem Alter des Pflegekindes gestaffelt und setzt sich aus dem Betrag für den Lebensunterhalt des Kindes und den Kosten der Erziehung zusammen. Die Kosten der Erziehung sind ein Beitrag als Anerkennung für die besondere Erziehungsleistung der Pflegeeltern.
    Das Pflegegeld wird Ihnen durch das Jugendamt ausgezahlt und ist steuerfrei. Unter bestimmten Voraussetzungen kann das Pflegekind auch in die Steuerkarte von Pflegemutter oder Pflegevater eingetragen werden.
    Entsprechend der Empfehlung des Bayerischen Landkreistags und des Bayerischen Städtetags betragen die Pflegesätze ab 1.1.2009 mindestens:
    • 638 Euro für die Altersstufe 0 bis vollendetes 6. Lebensjahr,
    • 720 Euro für die Altersstufe 7. bis vollendetes 12. Lebensjahr,
    • 830 Euro ab dem 13. Lebensjahr.


    Aktuelle und genaue Angaben über die Höhe des Pflegegelds können Ihnen die Mitarbeiter des für Sie zuständigen Jugendamts mitteilen.
    Auch über Versicherungsfragen erkundigen Sie sich am besten bei Ihrem Jugendamt, da es regional unterschiedliche Regelungen gibt.














    Quelle: elternimnetz.de
    Wenn aus Liebe ein Leben entsteht,
    bekommt das Glück einen Namen.

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